Portraitfotografie im Studio – mit Kickboxen und Softboxen

Bei einer Masterclass Portraitfotografie im Studio Ende Januar ging es dem amerikanischen Fotografen und Referenten John McDermott darum, dass seine Teilnehmer ein Bewusstsein für die unendlich vielen Möglichkeiten des Lichteinsatzes in der Portraitfotografie entwickeln.

“I want you, when you leave here, to be more aware of the different possibilities you have using light in portrait photography so you can better express what you have in mind or what you want to communicate about the subject. Be aware of how the character and personality of your subject can be captured differently through playing with light.” – John McDermott

Ideen sammeln, analysieren, damit spielen und ständig ausprobieren ist das Wichtigste wenn ihr weiterkommen wollt, vermittelt John McDermott.

Ideenfundus für Portraits

Zu Beginn der Masterclass gab die Präsentation einer Reihe renommierter Fotografen und ihrer Werke viele Inspirationen, wie unterschiedlich mit Portraitfotografie umgegangen werden kann. Diese Vorbilder dienen auch als Quelle bei der eigenen Gestaltung von Portraits und bieten eine Vielfalt an Ideen, wie sich der Charakter einer Person oder eine Botschaft ausdrücken lassen. Mit diesen Bildern im Kopf wurde in der Masterclass weiter experimentiert.

Edward S. Curtis https://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Curtis

George Hurrell http://georgehurrell.com/

Iriving Penn www.irvingpenn.or

Yousuf Karsh www.karsh.org/

David Bailey www.visualartists.com/artist/davidbailey/

Richard Avedon www.avedonfoundation.org/

Nadav Kander www.nadavkander.com/

Arnold Newman   http://arnoldnewman.com/

Marco Grob www.marcogrob.com

Albert Watson www.albertwatson.net/

Annie Leibovitz   https://de.wikipedia.org/wiki/Annie_Leibovitz

Chris Buck www.chrisbuck.com/

Dan Winters   http://www.danwintersphoto.com

Martin Schoeller   http://martinschoeller.com/

Platon   http://platonphoto.com/

Harry Borden   http://harryborden.co.uk/portfolio/

Mark Selliger   http://markseliger.com/

Art Streiber   http://artstreiber.com/

Gregory Heisler   www.gregoryheisler.com/

 

“Study pictures. Deconstruct what you see, deconstruct how the pictures were lit. This is how you learn.” – John McDermott.

 

Neue Sichtweisen trainieren.

Jeden Tag, permanent um uns herum, können wir unser Gedächtnis trainieren und Sinne schärfen für Lichtsituationen und ihre Effekte. Wie erscheint das Gesicht meines Kollegen am Konferenztisch im Sonnenlicht? Welche Konturen im Profil meines Gegenübers werden plötzlich sichtbar in dem Halbschatten, wo er gerade steht? Umso mehr man seine Beobachtungsfähigkeit trainiert, umso besser wird man nicht nur in der Fotografie sondern auch in der generellen Fähigkeit im Leben zu beobachten und Details wahrzunehmen.

Keine zwei Menschen sehen ein und dasselbe Objekt, oder auch Fakten, gleich. Das vergessen wir aber ständig. Alles, von unserer Erbsubstanz und Umfeld, bis zu unseren Erfahrungen, Wissen und Gelerntem beeinflusst, wie wir die Welt aufnehmen und sehen. Die Interpretation all dieser Aspekte bestimmt unsere Wahrnehmung. Um ein möglichst genaues Bild einer Situation, eines Problems oder einer Person zu bekommen, müssen wir die Wahrnehmung anderer sehen und die Sichtweisen anderer erkennen.

Bei der Masterclass wurde gerade ein Lichtaufbau umgestaltet, als ein Teilnehmer unterbrach „Nein, wartet mal gerade, nicht wegnehmen…das ist gerade ein super Licht auf dem Modell!“. Keiner sah, was er sah. „Es ist doch kaum noch Licht da! Was meinst du?“ Er machte ein paar Fotos – und die anderen waren überrascht über das unerwartete, mystisch anmutende Bildergebnis.

 

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Photo © Thomas Schneider

 

Die Teilnehmer waren herausgefordert durch viele verschiedene Lichtaufbauten die Bewegungen und Posen der Kickbox-Weltmeisterin Marie Lang und das Gesicht von Charnjit, einem Herrn aus Nordindien, zu dirigieren, interpretieren und einzufangen.

Während des Wochenendes sollten einige Lichtquellen auch entgegen seiner eigenen Intuition ausprobiert werden. „Play with the possibilities!”. Verändere deine Herangehensweise und die Art und Weise, wie du “normalerweise” arbeitest.

Um kreativ zu sein, anders zu arbeiten und den Verstand und das Denken flexibel zu halten ist es hilfreich, Regeln zu brechen. Um sie brechen zu können, sollte man sie zunächst kennen und verstehen. Wenn man wachsam bleibt und stetig seine Sichtweisen ändert und justiert, findet man neue Ansätze und Lösungen.

Das gilt nicht nur für die Fotografie, sondern auch für unsere tägliche Arbeit. Die Fotografie hilft, diese Fähigkeiten zu trainieren.

 

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Photo © Peter Lutz
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