Wie Street Photography eine bessere Wahrnehmung und Aufmerksamkeit trainiert

Neigen wir nicht oft dazu, dass wir im pulsierenden Stadtleben, die Unmengen an hektischen Bewegungen, blinkenden Schriften und aufdringlichen Geräuschen ausblenden wollen? Oder vielleicht diese Eindrücke gerade festhalten und teilen wollen? Was nehmen wir überhaupt noch wahr?

Tausende von Bildern entstehen im Strom des täglichen Lebens, worunter sich auch die Street Photography subsumieren lässt. Das Leben um uns herum fotografieren, in den Straßen, den Städten, der Welt. Täglich. Permanent. Endlos. Es ist schon fast nicht mehr möglich ein Foto in den Straßen einer Stadt zu machen, ohne jemanden in seinem Bildausschnitt zu haben, der gerade ein Foto in den Straßen einer Stadt macht. Die Worte von Walker Evans, einer der großen Fotografen des 20. Jahrhunderts, scheinen fast an Bedeutung zu verlieren im Wirbelwind des alles knipsen und sofort teilen wollens.

Stare. It is the way to educate your eye, and more. Stare, pry, listen, eavesdrop. Die knowing something. You are not here long.“- Walker Evans

Starren – um mein Sehen zu verbessern? Zuhören, neugierig sein, hineinlauschen, etwas unbedingt wissen wollen. Brauchen wir das und haben wir heute noch Zeit dafür? Die Fähigkeit, wirklich hinzuschauen, zu beobachten und Details wahrzunehmen geht heute verloren, da wir keine Ruhe dafür haben und die visuelle Stimulation einfach überhand nimmt.

Wahrnehmungsfähigkeit

Dabei brauchen wir diese Fähigkeit. Was, wenn Verkehrsteilnehmer nicht genau hinschauen und wahrnehmen, was um sie herum passiert? Was, wenn Kriminalbeamte in einem Verbrechensfall nicht genau beobachten und zuhören, um die richtige Lösung zu finden? Was wäre, wenn ein Chirurg bei der Operation nicht auf die kleinsten Details achten würde? Warum berühren uns einige Bilder viel mehr als andere? Weil der Fotograf, die Ruhe und Wachsamkeit hatte etwas zu sehen, was wir nicht wahrgenommen haben.

Die Menschen, die die Fähigkeit haben, Details in der Masse zu bemerken, Ungewöhnliches im Gewöhnlichen zu sehen oder Zusammenhänge im Chaos wahrzunehmen haben Vorteile. Sie sind besser in der Lage, Mitarbeiter zu führen, den Markt zu beobachten, kreative und Notfalllösungen zu erkennen, Schönes zu sehen oder Gefahren im Umfeld wahrzunehmen.

Aber wie trainiert man das?

Street Photography bietet hier in vielerlei Hinsicht die Möglichkeit, diesen Prozess zu trainieren. Bewegt man sich durch die Straßen einer großen Stadt findet man sich einer Unmenge an Stimulationen, Bewegungen, Impressionen und Informationen ausgesetzt. Mit der Kamera in der Hand und der Idee, etwas festzuhalten zu wollen, eine Geschichte in Bildern zu erzählen oder ein Thema zu verfolgen, schult man das genaue Hinschauen, Registrieren, Abwägen und neues Erkennen von visuellen Informationen. Man muss anhalten, innehalten, observieren, fokussieren.

Dazu gehört auch eine Definition der inneren Haltung, des visuellen Denkens. Das umfasst die Vorbereitung, Ausführung und Nachbereitung.

Look and think before opening the shutter. The heart and mind are the true lens of the camera.”,  beschreibt Fotografenlegende  Yousuf Karsh den Vorgang beim Fotografieren.

Fotograf, Coach und Trainer Rüdiger Schrader will Menschen helfen, ihren Blick auf die Dinge und das Tun zu schärfen. Fotografieren hilft, besser zu beobachten und sich situativem Erleben stärker bewusst zu werden. Dies verhilft zu besseren Bildern und es sind auch wichtige (Überlebens-)Fähigkeiten für die Arbeitswelt und brisante Situationen im Alltag. In der Masterclass „Visuell Denken. Sehen. Beobachten. Streetphotography.“ trainiert Schrader an zwei Wochenenden, sich mit diesen Fähigkeiten mehr auseinanderzusetzen.

Wir müssen uns klar werden, was wir tun, wenn wir etwas tun. Und warum das, was wir tun, das Richtige ist.“, so Rüdiger Schrader.

Bessere Wahrnehmung, bessere Bilder, besser Überleben

Um das, was um uns herum geschieht besser und bewusster wahrzunehmen, für Kopf und Seele, braucht es die Fähigkeit, innezuhalten, genau hinzuschauen, aufzunehmen und zu beurteilen. Und das kann man üben. Täglich. Permanent. Endlos.

Foto Header: © Norbert Lanzloth

Foto © Rüdiger Schrader13263692_1769951423240944_650705281890538564_n.jpgFoto © Rüdiger SchraderRio -DS2_0895.bearb01-6

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