Das Leben beginnt am Ende der Komfortzone. Wie unbequem!

Komfortzone ist bequem. Sie zu verlassen ist unbequem. Warum sollten wir also unsere Zone der Sicherheit und des Wohlfühlens verlassen?

Treten wir über die Grenze unseres Wohlbefindens, begegnen wir dem Risiko, dem Unbekannten. Die “Komfortzone” ist jedoch ein nützliches (psychologisches) Konzept, das uns helfen kann, Veränderungen im Leben anzuregen, die der persönlichen Entwicklung dienen. Daher ist es gut, diese Grenze zu kennen und zu wissen, wie weit ich sie überschreiten kann und wann ich wieder zurücktreten sollte.

“It’s good to step out of our comfort zone. But it’s also good to be able to go back in.”

Das Konzept der Komfortzone geht auf klassische Experimente in der Psychologie zurück. (Psychologen Robert M. Yerkes und John D. Dodson, 1908). Die Komfortzone ist bei jedem Menschen anders. Und es gibt ein Limit, bis zu dem wir nur vorwärts stoßen sollten, denn eine Leistungssteigerung oder positive Veränderung findet nur bis zum Level der „optimalen Angst“ statt (als Yerkes-Dodson Law bezeichnet). Auf diesem Level erfahren wir positiven Stress, der motivierend und stimulierend wirkt. In diesem Bereich sprengen wir unsere eigenen Grenzen und erreichen Ziele, die wir als fast unerreichbar erachteten. Es ist daher gut, seine Komfortzone immer mal wieder zu testen und zu verlassen.

Es gibt viele Möglichkeiten, seine persönlichen Grenzen auszudehnen und zu üben, sich aus seiner Komfortzone heraus zu bewegen. Fotografieren ist ein gutes Training dafür. Sich mit Fotografieren auseinanderzusetzen kann als Mittel dienen, unsere eigenen Grenzen zu testen. Kreativ zu sein birgt ein Risiko in sich. Sich kreativ zu betätigen ist mit Ideen, Visionen, Ausprobieren und Fehlschlagen verbunden. Es gibt keine klaren Strategien und Emotionen spielen eine Rolle. Wenn wir unser kreatives Ergebnis mit anderen teilen, öffnen wir uns für Kritik und möglicherweise Ablehnung.

Hemmschwellen überwinden durch Fotografie

Wenn wir fremde Menschen fotografieren oder portraitieren möchten, tun wir uns schwer, nah genug an sie heranzutreten oder sie zu fragen, ob es in Ordnung ist, zu fotografieren. Wenn wir ungewöhnliche Szenen oder leicht gefährliche Situationen fotografisch festhalten möchten, gibt uns die Kamera ein Werkzeug an die Hand, die Hemmschwelle und innerliche Anspannung zu überwinden. Haben wir es geschafft, sind die Handhabung der Kamera und die entstandenen Bilder Bestandteil eines Erlebnisses, auf das wir stolz sind und von dem wir Geschichten erzählen können.

Jeder, der schon mal seine eigenen Grenzen durchbrochen hat, um sich eine Stufe weiter zu katapultieren oder etwas zu erreichen, weiß, dass dies zu erstaunlichen Ergebnissen und Zufriedenheit führen kann. Konnten wir uns überwinden, um fünf Uhr morgens aufzustehen, ist diese Quälerei schnell vergessen, wenn uns ein Bild von einem fantastischen Sonnenaufgang auf dem Berg gelungen ist. Haben wir uns getraut, die schöne Fremde oder den verrunzelten Alten anzusprechen für ein spannendes Bild, das Geschichten erzählt, triumphieren wir. Haben wir es geschafft, mit den Einheimischen eine Zeit lang ins Gespräch zu kommen, freuen wir uns über ungeplante, aussagekräftige Bilder, die Bände sprechen. Haben wir uns die Mühe gemacht bis auf das Hochhausdach hochzugehen, erfassen wir neue Perspektiven im Foto. Stehen wir am Abgrund des Grand Canyon mit einer Kamera, ist es eine größere Herausforderung, einen geeigneten Aussichtspunkt für ein beeindruckendes und aussagekräftiges Bild zu finden, als nur wie ein „normaler Tourist“ die Aussicht zu bewundern.

Komfortzone verlassen

Wir Menschen fallen leicht in eine Routine und werden bequem. Wie viele von uns fordern unsere Fähigkeiten über unsere Komfortzone heraus?

Das Fotografieren bietet zahlreiche Möglichkeiten, unangenehme Situationen zu „üben“ und die Komfortzone zu verlassen: Fremde Personen um etwas bitten, näher an unbehagliche Szenen herantreten, unangenehme Gespräche führen, körperlich unbequeme Situationen erleben (zu heiß, zu kalt, zu müde, zu eng, zu hoch), Menschen anzuleiten, wie sie sich positionieren oder zusammenarbeiten sollen, um ein herausragendes Foto zu produzieren.

Wenn wir aus unserer Komfortzone auch nur wenige Male heraustreten, ist es schon viel leichter und wahrscheinlicher, dieses Verhalten zu wiederholen. Es gibt Menschen, die sich mit einer morgendlichen, kalten Dusche täglich darin üben, aus ihrer Komfortzone herauszustoßen. Diejenigen unter uns, die bereit sind, ihre Grenze des Unbequemen herauszufordern und sich Unsicherheiten und Unannehmlichkeiten auszusetzen, werden mit einem Gefühl von Selbstvertrauen und Genugtuung honoriert. Und sie erfahren, dass das Leben am Ende der Komfortzone beginnt.

Wie kann uns Fotografie helfen?

Fotografie gibt uns ein Werkzeug an die Hand, mit dem wir üben können, unsere Komfortzone zu verlassen. Brechen wir aus auf die andere Seite, erwarten uns Erkenntnisse über uns selber, die uns erstaunen und nach vorne katapultieren. Und dies kann jeder von uns regelmäßig üben, ob mit einer High-End Kamera oder mit der Smartphone Kamera.

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