Loslassen. Und schneller sein Ziel erreichen.

Kann Fotografieren dabei helfen?

Tennisstar und Weltranglistenerste Angelique Kerber war zwar lange unter den 10 besten Spielerinnen der Welt, aber sie brauchte eine Zeit, um letztendlich die Spitze zu erreichen. Mit 28 schaffte sie den Durchbruch. Ein Treffen mit Steffi Graf hatte einen wichtigen Einfluss. Tennis spielen war nur ein Teil des Treffens, lange Gespräche waren der entscheidende andere Teil des Zusammenkommens. Angeliques Vertrauen in sich selbst und ihr Selbstbewusstsein nahmen neue Dimensionen an. Dem Training und Gespräch mit Steffi folgten mehrere Turniersiege und der Grand-Slam-Titel.

Was war passiert? Angie hatte zwar ein klares Ziel vor Augen, aber sie blockierte sich, da sie Zweifel an der Zielerreichung hatte und das Vertrauen in sich selbst fehlte. „Steffi hat mir damals gesagt, dass ich an mich glauben soll und auf dem richtigen Weg sei.“, sagt Angelique Kerber. „Sie hat meine Zweifel zerstreut“.

Loslassen heißt, keine Zweifel an der Zielerreichung zu haben. „Wer ein Ziel erreichen will und gleichzeitig zweifelt, ob es ihm auch tatsächlich gelingen wird, dessen Chance stehen nicht so gut.“, schreibt der Ökonom René Egli in seinem Buch Das Lola-Prinzip.

Fotografieren hilft, loszulassen

Es gibt viele Beispiele aus den Bereichen Sport, Arbeit, Partnersuche oder Alltag, die zeigen, dass das Loslassen einen positiven Energiefluss erzeugt, Blockaden löst und wir erreichen unsere Ziele leichter und schneller. Denn die Frage, die wir uns immer stellen ist doch

„Wie komme ich mit einem Minimum an Aufwand und so schnell wie möglich von meinem Ist-Zustand zu meinem Ziel?”

Loslassen beginnt damit, den Ist-Zustand zu akzeptieren wie er ist. Der momentane Zustand ist, wie er ist, und es lohnt sich nicht, sich darüber aufzuregen. Das ändert ihn nicht. Ich befinde mich in einer Landschaft, einer Stadt, bei einem Event oder sehe Szenen, die ich fotografieren möchte und stelle fest, dass eine andere Kamera oder ein anderes Objektiv für diese Situation besser wären. Ich habe es aber nicht dabei. Mich darüber aufzuregen bringt mich nicht weiter. Ich fotografiere mit der Ausrüstung, die ich dabei habe und mache das Beste daraus, werde kreativ und lasse mich ein auf Momente, Menschen und Atmosphäre. Letztendlich ist es nicht die Kamera, die perfekte Ausrüstung oder Technik, die das Bild erstellt, sondern der Fotograf und sein Auge, seine Idee und Herangehensweise.

Keine Konzentration auf das Ziel

Loslassen heißt weiterhin, nicht auf das Ziel verkrampft fixiert zu sein. Wir möchten unsere Bilder optimieren, möchten uns verbessern, möchten Geschichten durch Bilder erzählen können. Dies sind gute Ziele, die wir im Hinterkopf behalten. Aber, „wenn wir uns zu stark darauf konzentrieren, dann nehmen wir die Gegenwart nicht vollständig wahr und wir verhalten uns in der Gegenwart nicht optimal“, erklärt der Autor René Egli. Wir verkrampfen uns und dadurch produzieren wir keine optimale Leistung. Denken wir nur an das Bildergebnis und dass wir ein (technisch) perfektes Bild kreieren wollen, besteht eine gute Chance, dass dies nicht gelingen wird.

In 2013 bin ich einen Tag in New York mit der Kamera losgezogen, um mit besonderen Aufnahmen der Stadt abends zurückzukehren. Meine Ausbeute waren ganz wenige, langweilige Fotos. Wie war das möglich, in einer Stadt wie New York? Ich war so darauf fixiert gewesen, ein paar hervorragende Bilder zu produzieren, dass ich um mich herum nichts mehr wirklich wahrgenommen habe, was ich fotografieren könnte. Ich habe mich selbst blockiert. Dabei ist das Fotografieren eine wunderbare Übung, nicht auf ein Ziel fixiert zu sein. Wir fotografieren, weil uns diese Aktivität begeistert und somit sollten wir den Prozess des Fotografierens genießen. Und der Erfolg sind unsere Bildergebnisse. Reinhold Messner schreibt:

„Ohne Begeisterung ist nichts zu erreichen, und Erfolg nur um des Erfolgs willen macht blind.“

Keine Gedanken an (nur) einen Weg

Loslassen heißt, nicht nur auf einen Weg fixiert zu sein, der zum Ziel führt. Das würde nur die Möglichkeit verbauen, andere Wege zu sehen. Fotografieren bietet die Chance, sich auf sein Umfeld einzulassen und zu beobachten. Mit der Kamera in der Hand wandern wir durch die Natur und öffnen uns für die schöne Landschaft. Beim Spazieren durch die Stadt beobachten wir das pulsierende Leben oder wir betrachten die Architektur. Wir sind offen für unterschiedliche Wege und Varianten, das Gesehene mit der Kamera festzuhalten. Wir biegen ab in Seitengassen oder versteckte Wanderwege, um andere Motive zu finden. Das Fotografieren erlaubt uns, neue Wege zu sehen, für das Unerwartete, das Ungewöhnliche offen zu sein und mit der Kamera darauf zu reagieren.

Kostengünstigster Weg zur Erreichung der Ziele

„Loslassen ist der schnellste und kostengünstigste Weg zur Erreichung der Ziele.“, erklärt René Egli. Wir wollen also nicht unnötig Energie verlieren oder blockieren, denn ohne Energie erreichen wir keine Ziele, ohne Energie lösen wir keine Probleme.

Fotografieren ist eine wunderbare Aktivität, das „Loslassen“ zu praktizieren.

Beim Fotografieren fällt es leicht, uns im Prozess des Fotografierens, in der Beobachtung des Lichts oder in einem Motiv zu verlieren. Wir konzentrieren unsere Aufmerksamkeit auf die Gegenwart und sind offen dafür, neue Wege zu sehen und auszuprobieren. Wir kreieren Bilder, um Momente festzuhalten oder mit anderen zu teilen. Warum sollten wir an uns selbst zweifeln, tolle Bilder zu produzieren, wo es so viele Chancen gibt, zu fotografieren? Fotografieren bewegt uns dazu, im Hier und Jetzt zu sein und damit lassen wir los. Und so bewegen wir uns automatisch auf unser Ziel zu, schneller und mit weniger Aufwand.


Claudia Brose ist Co-Founder und Partner der IF/Academy–free your vision.
Lachen, Staunen, Lernen – Fotografie pur.   http://www.if-academy.net

 

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