Karneval in Venedig – Menschen, Mythen, Masken

Photo © John McDermott

Nun dass Weihnachten vorbei ist steht das nächste Fest vor der Türe, weniger besinnlich, dafür umso bunter: Karneval. An vielen Orten hat Karneval eine Jahrhunderte alte Tradition, so auch in Venedig, wo die Tradition in 1162 ihren Anfang nahm. 800 Jahre später, in 2018, findet das Fest vom 27. Januar bis 13. Februar statt und beginnt mit der Festa Veneziana on the Water. Der Kanal im Stadtteil Cannaregio wird zur Bühne: kreativ gestaltete Bote, geschmückt und beleuchtet enthüllen das diesjährige Karnevalsthema, begleitet von Musik und Showdarbietungen. Die verrückten Tage enden am Faschingsdienstag mit der Silent Water Parade, eine Parade traditioneller Boote und Gondeln von Kerzen erleuchtet. Am Mittwoch trägt keiner mehr Masken oder Kostüme, ein ungeschriebenes Gesetz, an das sich alle wahren Anhänger des Venezianischen Karnevals halten. Die Tage dazwischen sind eine besondere Zeit, in der die Straßen gefüllt sind mit Menschen in historischen, aufwendigen und oft sehr kreativen Kostümen sowie den berühmten Venezianischen Masken.

Sehen und gesehen werden

In der Maskenzeit geht es um sehen und gesehen werden. Eine wunderbare Gelegenheit für Streetphotography und people watching und People Photography mit den Akteuren des Karnevals, die sich dieser Tage um den Markusplatz zentrieren. Das berühmte Caffé Florian am Markusplatz ist zum größten Anziehungspunkt der traditionellen Karnevalsfans geworden, die sich dort jedes Jahr in unglaublich beeindruckenden Kostümen treffen. So ein Kostüm lässt sich ein wahrer Anhänger des historischen Festes auch gerne mal zwanzigtausend Euro kosten. Das Caffé Florian zählt zu den ältesten Kaffeehäusern Europas (eröffnet 1720) und mit seinen pompösen Dekor und berühmten Gästen, wie Casanova, Lord Byron, Charles Dickens, Marcel Proust oder J.W. Goethe war, und ist es heute noch, ein Establishment und Anziehungspunkt. Es war das einzige Caffé im 18. Jahrhundert, das auch Frauen den Zugang erlaubte, mit dem Ergebnis, dass Casanova hier zum Stammgast avancierte. Venedigs Legende und Verkörperung der Liederlichkeit war Abenteurer, Schriftsteller, Geschäftsmann und Spion. Der junge Casanova wurde schnell der Liebling des Venezianischen Adels und die Gönnerschaft der Herrschaften unterstützen Casanovas großzügigen Lebensstil. Am liebsten verbrachte er seine Zeit mit Glücksspielen, Partying und Verführen, da kam ihm die Venezianische Eigenart des Maskentragens sehr entgegen.

Masken verbergen…

Masken verbergen, was keiner sehen oder wissen soll. Es gibt verschiedene Arten von Masken, traditionsreiche sind die Bauta, Moretta, Volto und Medico delle Peste. Ursprünglich waren die Masken weiß oder schwarz, ohne jegliche Verzierung. Dabei ist die Bauta Maske für Männer und die typischste der Venezianischen Masken. Moretta ist für die Damen ein schwarzer Schleier oder ovale Maske ohne Mundöffnung und wurde mit den Vorderzähnen gehalten (so konnte die Dame nicht sprechen, essen oder trinken – tja, was sollen wir dazu sagen…). Seit dem 13. Jahrhundert sind die Masken aus Ton, Gips, Papiermaché und Getreidekleber kreiert. Die Masken boten Privatsphäre, die es erlaubten, allerlei dekadenten oder verruchten Aktivitäten nachzugehen, wie fragwürdige Geschäftsaktionen, Glücksspiel, oder heimliche Rendezvous (Casanova kommt ins Gedächtnis). Jedoch stieg die Kriminalitätsrate und mit der Zeit wurden Restriktionen für das Tragen der Masken eingeführt.

Venezia Carnival 2017
Photo © John McDermott

Karneval seit 800 Jahren

Die Tradition des Karnevals in Venedig begann bereits in 1162 aber seit 1296 ist der Fastnachtsdienstag erst zum Feiertag erklärt. Im 18. Jahrhundert steigerten sich die Karnevals Festivitäten zu einem Höhepunkt mit Aktivitäten von bis zu sechs Monaten, die Touristen aus ganz Europa anzogen. 1797 eroberte Napoleon die Republik Venedig, schaffte eine Tausend Jahre alte Republik und damit auch gleich den Karneval ab. Die kulturelle Identität der Stadt sollte gebrochen werden doch der Karneval ließ sich nicht wirklich unterkriegen. Unter Österreichischer Herrschaft im 19. Jahrhundert wurden endgültig die Masken verbannt und unter Mussolini wurde der Karneval ab 1930 radikal verboten. Nach langer Unterdrückung konnte die Stadt erst seit 1979 die Tradition des Karnevals in Venedig wieder erfolgreich ins Leben rufen.

Heute dauert der Karneval 11 Tage und endet am Fastnachtsdienstag oder Faschingsdienstag mit einem Gran Ballo della Cavalchina, der letzte und spektakulärste Ball der tollen Tage, der in der bekannten Oper La Fenice stattfindet.

Das Zentrum des Karnevalsgeschehens ist der Markusplatz, mit täglichen Kostüm und Masken Wettbewerben, Straßentheater, akrobatischen Vorführungen, traditionellen Tänzen und Musik.

Irreales mit der Kamera festhalten

Ein Schauspiel für die Augen, für die Sinne. Die Überstimulierung fordert die Wahrnehmung heraus und lädt ein, mit der Kamera das Leben in den Straßen, die Masken und Kostüme festzuhalten. Zusammen mit dem amerikanischen Top Fotografen John McDermott, fließend in Italienisch, können Sie sich vom 7. bis 11. Februar der Herausforderung stellen, People Photography und Street Photography während des Venezianischen Karnevals zu meistern.

Alle Infos unter  http://www.if-academy.net/venedig-feb2018/

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